Fotokalender - Rengen im Lauf der Jahre
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A1 - Neues zu Brückenbau und Behelfsabfahrt

Mehr als 2 Jahre (Herbst 2001) ist es her, als in Rengen die Pläne für eine Behelfsausfahrt der Autobahn 1 in der Nähe des Dorfes heftig diskutiert worden sind. Die schlüssigen Argumente, die die Rengener damals gegen den Bau dieser Behelfsausfahrt anführten, machen sich unter geänderten finanziellen Bedingungen nun auch die Politiker zu eigen: Zitiert sei daher an dieser Stelle der Artikel im Trierischen Volksfreund vom Freitag, 05.03.2004:

Abschied oder Aufschub?
Überraschende Wende bei Behelfsausfahrt Rengen - Bauckhage: Bau derzeit nicht beabsichtigt

DAUN-RENGEN. Überraschendes Aus für den Abstieg: Laut Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage (FDP) ist der Bau der Behelfsausfahrt Rengen "derzeit nicht geplant". Das klang vor einigen Wochen noch anders, als vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr zu erfahren war, mit dem Bau sei im Sommer oder Herbst 2004 zu rechnen.

Überraschung während der Lossprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Westeifel am Mittwochabend in Gerolstein: Nach den Glückwünschen für die neuen Gesellen wechselte Landrat Heinz Onnertz das Thema. Er ging auf den Bau der A 1 ein. Er hob noch einmal die Bedeutung der Autobahn für die Region hervor und erklärte, seiner Meinung nach "wäre der Lückenschluss tot, wenn der Abstieg Rengen" komme. Er rechne damit, dass "innerhalb der nächsten Tagen eine definitive Aussage der Landesregierung zum Abstieg Rengen" getroffen werde, dass die Behelfsausfahrt nicht gebaut werde.

Die Ankündigung des Landrats steht im Gegensatz zum bisherigen Zeitplan. Erst Ende Januar war vom zuständigen Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) Gerolstein zu erfahren, mit dem Bau der 1,3 Millionen Euro teuren Behelfsausfahrt werde voraussichtlich im Sommer oder Herbst 2004 begonnen.

"Ohne den Abstieg liegen 28 Millionen Euro brach"

LSV-Chef Harald Enders hatte in diesem Zusammenhang erklärt, ohne die Behelfsausfahrt sei auch der neue A 1-Abschnitt zwischen Darscheid und Rengen wertlos: "Der neue Abschnitt hat nur einen Verkehrswert, wenn man ihn auch in Rengen anschließt. Ohne den Abstieg liegen 28 Millionen Euro brach.” Bei einem Verzicht auf die Behelfsausfahrt würde der 2,4 Kilometer lange neue Autobahn-Abschnitt fünf Jahre nicht genutzt werden können.

Eine solche Zeitspanne, ob nun fünf oder drei Jahre - solange würde nur der Bau der Liesertalbrücke dauern -, in Kauf zu nehmen, hält Heinz Onnertz für vertretbar.

Für ihn ist die Behelfsausfahrt ein Bremsklotz für die weitere Entwicklung: "Wird sie gebaut, rückt meiner Meinung nach der Lückenschluss in noch weitere Ferne. Wird sie aber nicht gebaut, wird der Druck größer, gleich das nächste Teilstück, die Liesertalbrücke, anzugehen." Sein Standpunkt: "Die rund zwei Kilometer zwischen Darscheid und Rengen, die 2005 fertig werden, sind nur sinnvoll, wenn wir bis Kelberg weiterbauen."

Vor allem, weil für dieses Teilstück praktisch alle Vorarbeiten erledigt seien. Onnertz bekräftigte im Gespräch mit dem TV noch einmal: "Ich gehe davon aus, dass der Abstieg in Rengen nicht kommt." Grundlage dafür, dass der Landrat überraschend mit seinem Vorstoß an die Öffentlichkeit gegangen ist, ist eine aktuelle Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Astrid Schmitt an das Mainzer Verkehrsministerium. Zur Behelfsausfahrt Rengen schreibt Minister Hans-Artur Bauckhage: "Das seit einiger Zeit laufende ergänzende Planfeststellungsverfahren für eine Behelfsausfahrt Rengen befindet sich derzeit in der Anhörung; es soll zunächst bis zur Rechtskraft geführt werden." Dann der entscheidende Satz: "Der Bau einer Behelfsausfahrt ist derzeit nicht beabsichtigt…"

Ähnlich wie Onnertz ist auch Astrid Schmitt gegen eine "Behelfsausfahrt Rengen als Dauerlösung". Sie freut sich über Bauckhages Äußerungen, dass die "Landesregierung den Lückenschluss der A 1 mit Priorität" verfolge und "Ziel der Landesregierung weiterhin eine zeitnahe Weiterfinanzierung der A 1" sei.