Fotokalender - Rengen im Lauf der Jahre
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Die Qual der Wahl: Ortsvorsteher-Wahlen In Rengen

Echte Demokratie wird derzeit in Rengen gelebt. Am 28. Oktober 2001 müssen sich die Rengener Bürger zwischen 3 Kandidaten entscheiden, die für das Amt des Ortsvorstehers kandidieren. Um auch den Lesern dieses Mediums die Kandidaten vorzustellen, sei an dieser Stelle wörtlich aus dem Trierischen Volksfreund vom Mittwoch, 17. Oktober 2001 zitiert: 

Die rund 320 Wahlberechtigten im Stadtteil Rengen haben am 28. Oktober zwei Mal die Wahl: Sie wählen den neuen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun und den neuen Ortsvorsteher. Gleich drei Bewerber wollen die Nachfolge von Helmut Johannes antreten, der im April sein Amt als Rengener Ortsvorsteher niedergelegt hatte. Die CDU schickt Bernd Hohlweck ins Rennen, die SPD Walter Müller, und als Einzelbewerber kandidiert Lothar Schiffels. 

Bernd Hohlweck, ist 52 Jahre alt und als selbstständiger Kaufmann in der EDV-Branche tätig. Der gebürtige Saarländer lebt seit über 30 Jahren in der Eifel und ist Mitglied mehrerer Rengener Vereine. Von großen Wahlversprechen hält Hohlweck, wie auch seine Mitbewerber, nichts. Ein Ziel hat er aber: Er will "mittelfristig" das Bürgerhaus zu einem Kommunikationszentrum des Dorfes machen, weil es im Ort keinen Treffpunkt mehr gibt wie beispielsweise eine Kneipe. Die Trägerschaft sollen nach Hohlwecks Vorstellung  die örtlichen Vereine gemeinsam übernehmen. "Ortsbeirat und -vorsteher können die Koordination eines solchen Vorhabens übernehmen, nicht aber die Trägerschaft", betont der CDU-Kandidat. 

Seine Motivation: "Es kann nicht sein, dass immer nur Kritik geäussert wird, es tue sich nichts. Wer etwas tun will, muss sich auch in die Pflicht nehmen lassen und Verantwortung übernehmen."

Walter Müller, als Hauptlokführer bei der Bahn beschäftigt ist 47 Jahre alt und ein "eingeborener" Rengener. Er wurde zwar vom SPD-Ortsverein nominiert, ist aber selbst kein Mitglied. Müller war bislang nicht aktiv in der Kommunalpolitik, aber stets interessierter Beobachter des Geschehens. Warum er nun richtig einsteigen will, begründet er so: "Ich bin älter und ruhiger geworden und glaube als Ortsvorsteher etwas bewegen zu können."Am Herzen liegt ihm die Förderung der Dorfgemeinschaft, vor allem ein guter Kontakt zwischen den alteingesessenen Rengenern und den Neubürgern. Dass gleich drei Bewerber zur Wahl am 28. Oktober antreten, ist für Müller keine Überraschung: "Ich bin sogar davon ausgegangen, dass es noch mehr Kandidaten gibt."

"Ich bin der Auffassung, dass in einem Dorf wie Rengen Parteipolitik ohnehin nichts zu suchen hat. Hier gilt es zusammen zu arbeiten, im Interesse des Ortes und seiner Bürger."

Dritter Kandidaten für das Amt des Ortsvorstehers ist Lothar Schiffels. Der 45-jährige Landwirt ist auch gebürtiger Rengener und sitzt seit der Kommunalwahl 1999 im Ortsbeirat. Obwohl ihm sein Beruf nur wenig Freizeit lässt, hat er sich entschieden, für das "höchste Amt" seines Heimatortes zu kandidieren: "Rengen ist wert, Freizeit zu opfern." Seine Vorstellung vom "idealen" Ortsvorsteher: "Er sollte mitten im Leben stehen und die Probleme von Jung und Alt kennen." Sollte er gewählt werden, will Schiffels wieder regelmäßige Bürgerversammlungen einführen. 

"Die Arbeit im Rat macht mir Spaß. Ich möchte dass es so weitergeht wie in der letzten Zeit und will mitwirken, dass Probleme, die in nächster Zeit in Rengen anstehen, angegangen und gelöst werden", sagt Schiffels, der als freier Bewerber antritt.

Als Gemeinsamkeit verbindet alle drei Kandidaten, dass sie ein "wachsames" Auge darauf haben wollen, dass alle Dauner Stadtteile gleich behandelt werden und Rengen nicht zu kurz kommt. Dazu gehört für sie regelmäßige Präsenz in Ausschuss- und Stadtratsitzungen wie auch ein guter Kontakt zum Stadtbürgermeister und zur Verbandsgemeinde.

Übereinstimmung gibt es bei Walter Müller, Bernd Hohlweck unf Lothar Schiffels auch in der Einschätzung der Tatsache, dass mehrere Kandidaten zur Wahl antreten: Im Sinne einer funktionierenden Demokratie könne es nur gut sein, wenn der Bürger eine echte Wahl zwischen mehreren Kandidaten habe. Die wahlberechtigen Rengener Bürger entscheiden am übernächsten Sonntag, wer neuer Ortsvorsteher wird. Sollte es im ersten Wahlgang keinen Sieger geben, fällt die Entscheidung in einer Stichwahl am 11. November.

Text und Fotos: Stephan Sartoris